Wie muss eine Rechnung aussehen?

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Lieferdatum nicht gleich Rechnungsdatum – so muss eine ordnungsgemäße Rechnung aussehen

Das Finanzgericht Hamburg hat am 30.09.2015 entschieden wie eine Rechnung aussehen muss: „Das Rechnungsdatum ist nicht automatisch das Lieferdatum.“

Az.: 5 K 85/12 Urteil des Senats vom 30.09.2015

Korrekte Rechnung ist Grundlage für den Vorsteuerabzug

Wie muss eine Rechnung aussehen?

Auch wir müssen leider täglich feststellen, dass viele Unternehmen keine korrekten Rechnungen ausstellen. Wenn Ihr Eure Vorsteuer gegenüber dem Finanzamt geltend machen wollt, solltet Ihr auf die Korrektheit der Rechnung achten. Denn das Finanzgericht Hamburg hat jetzt entschieden, dass das Rechnungsdatum nicht automatisch das Lieferdatum ist.

Eigentlich sollte es gar nicht so schwer sein eine korrekte Rechnung zu schreiben. Doch es kommt immer wieder zu rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Finanzamt und Unternehmen, wenn es um ordnungsgemäße Eingangsrechnungen geht. Je nach Rechnungssumme bedeutet das auch ein hohes finanzielles Risiko. Im oben genannten Fall wollte ein Textilhändler einen Vorsteuerabzug von mehr als 50.000 Euro geltend machen. Jedoch verwehrte das zuständige Finanzamt dem Textilhändler den Abzug mit der Begründung:

„Die Rechnungen sind nicht korrekt ausgestellt worden.“

Diese Begründung wollte der Textilhändler nicht akzeptieren und zog vor Gericht. Doch die Richter gaben dem Finanzamt Recht. Sie begründeten ihr Urteil wie folgt:

  1. Die Leistungsbezeichnung gelieferter Gegenstände erfordert, sofern Artikelnummern oder Herstellerbezeichnungen nicht erkennbar sind, eine zur Identifizierung geeignete Beschreibung der Beschaffenheit der Gegenstände.
  2. Das Lieferdatum ist auch dann zu benennen, wenn es mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung übereinstimmt.

 

Goldene Regeln um Euren Vorsteuerabzug nicht zu gefährden

Bitte prüft jede Eingangsrechnung auf Richtigkeit. Folgende Pflichtangaben müssen auf Euren Eingangsrechnungen vorhanden sein:

  1. Name und Anschrift des leistenden Unternehmens
  2. Name und Anschrift des Kunden / Rechnungsempfängers
  3. Die Steuernummer oder die Umsatzsteueridentifikationsnummer des leistenden Unternehmens
  4. Das Ausstellungsdatum der Rechnung (Rechnungsdatum)
  5. Eine fortlaufende und eindeutige Rechnungsnummer
  6. Die Beschreibung der gelieferten Ware oder der erbrachten Leistungen
  7. Der Zeitpunkt der Lieferung und/oder Leistung
  8. Der Netto-Rechnungsbetrag
  9. Der anzuwendende Umsatzsteuersatz in Prozent mit dem ausgerechneten Umsatzsteuerbetrag

 

Um Euch die Arbeit zu erleichtern haben wir Euch eine Musterrechnung mit den nötigen Anforderungen zum download bereitgestellt.

Rechnungsvorlage
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