Am Schreibtisch arbeiten ohne Schmerzen

Büro Arbeitsplatz

Laut einer Studie der europäischen Statistikbehörde (Eurostat) arbeiten 61 Prozent der Deutschen an einem PC-Arbeitsplatz. Dabei wurden nicht nur klassische Bürojobs gezählt, sondern auch alle Erwerbstätigen mit einbezogen, die in ihrem Arbeitsalltag einen PC verwenden. Das bedeutet, dass fast zwei Drittel der erwerbstätigen Deutschen ihren Werktag am Computer verbringen. Aus diesem Anlass wollten wir den Alltag im Büro näher unter die Lupe nehmen und wertvolle Tipps für Arbeitnehmer und Arbeitgeber geben.

„Ein ganz normaler Arbeitstag im Büro“

Büro Arbeitsplatz
So können Sie einen Büro-Arbeitsplatz richtig einrichten

Stellen Sie sich einen typischen Arbeitstag vor. Sie stehen auf, der Rücken schmerzt und Sie sind müde, weil Sie wieder einmal zu wenig geschlafen haben. Sie gehen ins Bad und machen sich zurecht. Anschließend müssen Sie auch schon direkt los. Da Sie wegen Ihrer Müdigkeit schwer aus dem Bett gekommen sind, mussten Sie auch wieder auf das Frühstück verzichten. Müde, gestresst und hungrig treten Sie nun den Weg zu Ihrem Arbeitsplatz an. Da Sie wie schon häufiger spät dran sind, fahren Sie zunächst zügig die Straßen entlang. Doch dann haben Sie mal wieder nur Fahrer vor sich, die nicht einmal annähernd an der Höchstgeschwindigkeit kratzen und als ob diese Sonntagsfahrer nicht schon genug wären, schaltet sich auch noch jede Ampel auf Rot. In Ihrem Kopf spielt sich schon die Szene ab, die Ihnen Ihr Chef machen wird, weil Sie wieder zu spät gekommen sind, was Ihre Migräne, die Sie bereits seit Wochen haben, noch verstärkt.

Angekommen an Ihrem Arbeitsplatz, begrüßt Sie auch schon Ihr Chef mit einem Stapel Akten, den er Ihnen schon letzte Woche geben wollte und der bis morgen abgearbeitet sein soll. Bereits nach der ersten Stunde vor dem PC fangen die Handgelenke an zu schmerzen und der Nacken versteift sich. Im Laufe des Vormittags übermitteln Sie Ihrem Chef bereits die ersten Arbeitsergebnisse – wie üblich ohne Rückmeldung. Nach getaner Arbeit, gönnen Sie sich nun eine Stärkung und essen Ihr Pausenbrot von gestern, um den Aktenstapel aber nicht zu vernachlässigen, essen Sie wie üblich an Ihrem Arbeitsplatz. Langsam kommen zu den Handgelenks-, Rücken- und Kopfschmerzen auch noch Bauchschmerzen und ein Gefühl von Unwohlsein dazu. Angesprochen von einem Kollegen, ob Sie Ihm kurz helfen können, reagieren Sie gereizt und lehnen ab. Das wirkt sich natürlich weiterhin auf Ihre derzeitige Unbeliebtheit aus. Der Aktenstapel ist fast abgearbeitet und das ist auch gut so, denn die Schmerzen und Ihre mangelnde Konzentration, machen die Arbeit mittlerweile fast unmöglich. Nun ist es geschafft, alles ist abgearbeitet und an den Chef weitergeleitet. Alles spricht für den wohl verdienten Feierabend. Plötzlich stürmt Ihr Chef rein und schreit Sie an: „Was haben Sie wieder den lieben langen Tag gemacht, was ist mit den Akten von heute Morgen“? Auf die Antwort, dass Sie ihm alles geschickt haben, entgegnet er entsetzt und mit Unverständnis. Sie haben nichts geschickt, bei ihm sei nichts angekommen. Es sei auch nichts kaputt, er habe sich erst gestern seinen gesamten Arbeitsplatz neu einrichten lassen und dabei auch eine neue E-Mail Adresse bekommen, daran kann es also nicht liegen.

Nachdem sich die Situation aufgeklärt hat, können Sie mit dreistündiger Verspätung endlich nach Hause. Auf dem Weg dorthin denken Sie sich, „Was für ein super Tag, ich freue mich schon auf Morgen“.

So lassen sich Beschwerden am Arbeitsplatz vermeiden

Zugegeben, unsere Erzählung ist ein wenig überzogen. Doch leider können sich viele Arbeitnehmer in mancher Hinsicht mit der beschriebenen Situation identifizieren. Schmerzen im Rücken, Nacken oder Handgelenken sind nicht selten und werden meist durch falsches Mobiliar oder durch eine falsche Positionierung der Einrichtung ausgelöst. Weitere weit verbreitete Folgen, von schlecht eingerichteten Arbeitsplätzen, sind Kopfschmerzen und Sehbeeinträchtigung. Diese entstehen häufig durch ungeeignete Bildschirme. Besonders die Beeinträchtigung der Sehfähigkeit kann dauerhaft bleibende Schäden hinterlassen.

Neben den körperlichen Beschwerden, kommt es im Arbeitsalltag auch oft zu Missverständnissen. Grund hierfür ist eine mangelnde oder auch falsche Kommunikation. Meist werden Sachverhalte nur nebenbei angesprochen, anstatt eine E-Mail o.ä. zu verschicken. Dies ist grundsätzlich auch kein Problem, so lange der Empfänger die Nachricht nicht vergisst. Empfehlenswert ist es, sich wichtige Angelegenheiten immer sofort zu notieren und am besten eine elektronische Nachricht zu versenden.

Arbeitgeber muss Arbeitsplatz bestmöglich einrichten

Egal ob Einzel- oder Großraumbüro, ob neben einer Werkstatt oder einer Werkshalle.  Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sind in beide in hohem Maße für eine angenehme Arbeitsatmosphäre verantwortlich und müssen sich dabei an gewisse Grundregeln halten.

Als Arbeitgeber muss man sich seiner Pflicht bewusst sein, dem Arbeitnehmer eine Arbeitsatmosphäre zur Verfügung zu stellen, die es ermöglicht, die Arbeit bestmöglich zu verrichten und die den Arbeitnehmer nicht in seiner Gesundheit gefährdet. Daraus lassen sich folgende grundsätzliche Anforderungen ableiten.

Der Arbeitgeber muss die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter so einrichten, dass sie…

  • ergonomisch an den Arbeitnehmer angepasst und optimiert sind.
  • frei von Gefahrenquellen (elektrische Energie, bewegte Teile, Ausführung von Oberflächen, Ecken und Kanten, Gewährleistung der Standardsicherheit) sind.
  • Benutzerinformationen für die Arbeitnehmer bereit hält.
  • für die Integration von Mitarbeitern geeignet sind, die z.B. in ihrer Mobilität, ihrem Seh- oder Hörvermögen eingeschränkt sind.
Schreibtisch Arbeitsplatz Vorgaben
Bei der Ausstattung und Gestaltung des Schreibtisch Arbeitsplatzes gibt es einige Vorgaben zu beachten.

Ein gesunder Arbeitsplatz sorgt für mehr Leistung

Nicht nur die Einrichtung des Arbeitsplatzes wirkt sich auf die Produktivität der Mitarbeiter aus. Ebenso haben Arbeitsumgebung und Arbeitsraum einen starken Einfluss auf den Arbeitnehmer. Die Grundfläche des Arbeitsraumes für einen Mitarbeiter sollte einschließlich Mobiliar und Verkehrswegen mindestens 8 bis 10 m2 betragen. Der Zugang zum Arbeitsplatz sollte für jeden Beschäftigten ungestört möglich sein. Die freie Bewegungsfläche sollte mindestens 1,50qm betragen (ArbStättV).

Energieversorgungs- und Datenleitungen dürfen keine Stolperfallen im Raum bilden. Vor Schränken und Regalen muss ausreichend Platz vorhanden sein (ca. 80 bis 100 cm) und die Benutzerflächen sowie Verkehrswegflächen dürfen sich nicht überlagern.

Auch für das Raumklima am Arbeitsplatz gibt es festgelegte Richtwerte:

  • Zwischen 19 und 20°C
  • Im Sommer nicht mehr als 26°C
  • Die relative Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 65 Prozent liegen
  • Die Luftgeschwindigkeit sollte 0,10 m/s bis 0,15 m/s nicht übersteigen
  • Maximaler Tagesdurchschnitt von Lärm sollte 55 dB nicht überschreiten

Für die Beleuchtung und Blendung gilt Folgendes:

Die Nennbeleuchtungsstärke in allgemeinen Büroräumen sollte 500 LUX betragen.

  • Der Mindestwert liegt bei 300 LUX und darf nicht unterschritten werden
  • In Großraumbüros gelten 750 bis 1000 LUX
  • Das Leuchtdichteverhältnis von 10:1 sollte nicht überschritten werden
  • Lichtfarbe soll Naturalweiß oder Warmweiß sein (Es gilt verschiedene Lichtfarben in einem Raum zu vermeiden)
  • Die Raumdecke sollte einen hohen Reflexionsgrad (70 bis 80 Prozent) besitzen
  • Die Wände sollten einen Reflexionsgrad zwischen 40 und 60 Prozent besitzen
  • Die Böden sollten einen Reflexionsgrad zwischen 15 und 30 Prozent aufweisen

 

Der Alltag im Büro kann für manche Personen zur Strapaze werden und auf Dauer physisch aber auch psychisch belasten. Dies führt einerseits zu einer Verschlechterung der Produktivität und damit zu sinkenden Gewinnen seitens Arbeitgeber und andererseits zum Verlust der Lebensqualität bis hin zu bleibenden Gesundheitsschäden seitens Arbeitnehmer.